Industriebahn Mittweida

Industriebahnbuch
Industriebahnbuch

 

 

Im Jahr 2006 erfolgte die Veröffentlichung des Buches:

"Die Industriebahn Mittweida" durch die beiden Autoren Kay Hähner und Erik Rauner in Auflage von 1100 Stück. Da die komplette Auflage vergriffen ist und keine Neuaflage geplant ist, erfolgt hier ein kleiner zeitlicher Abriss ggf. später auch eine komplette Aufarbeitung/Darstellung.  


Zeittafel

1887

Gründung eines "Comite´ für die Erbauung einer Zschopautalbahn"

Es erfolgte ein Gesuch bei der Zweiten Kammer der Hohen Sächsischen Ständeversammlung mit der Bitte um Erreichtung einer 750 mm spurigen Secundäreisenbahn. Diese wurde abgelehnt.

 

1893

Stellung eines weiteren Gesuches durch das "Comite´",  diesmal jedoch als Regelspurbahn. Aus Dresden erfolgte eine erneute Ablehnung.

 

15.Dezember 1896

Eröffung der Bahnlinie Waldheim - Kriebthal

 

1902

In einen Dekret der Sächsichen Staatsregierung wird der Bau einer regelspurigen Industriebahn zwischen Mittweida und Frankenberg empfohlen.

 

1904

Interessenten aus Mittweida und Umgebung arbeiten mehrere Varianten zu einer privat finanzierten Industriebahn von Mittweida nach der unteren Stadt bei Neudörfchen aus.

Erlaubnis der Staatsregierung generelle Vorarbeiten für eine Bahnlinie Mittweida - Lauenhain - Ringethal - Dreiwerden durchzuführen.

 

06. Februar 1905

Erteilung einer Konzession zum Bau einer Bahn zwischen Mittweida - Dreiwerden und Ringethal durch die Sächssiche Staatsregierung.

 

Oktober 1905

Einrichtung eines Baubüro´s auf der Rochlitzer Strasse 16.

 

23. Oktober 1905

Erster Spatensicht zum Bau der Strecke Mittweida - Dreiwerden.

 

Oktober 1905 - September 1906

Rascher Baufortschritt im gesamten Streckenabschnitt, 03.September 1906 erfolgte die Belastungsprobe der Brückenbauwerke.

 

12. Oktober 1906

Aufnahme des nicht öffentlichen Zweiggleisverkehres zwischen Mittweida und Dreiwerden. Bedient werden zunächst nur die Anschlussgleise der Baumwollspinnerei AG und der im Bau befindlichen Papierfabrik F.E. Weidenmüller. Den Betrieb führen die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen gegen eine jährliche Pauschalgebühr von 35.000 Mark

 

15. Mai 1907

Die Industriebahn wird für den öffentlichen Wagenladungsverkehr freigegeben.

 

1. September/16.November 1907

Auf den Ladestellen Dreiwerden und Mittweida dürfen nun auch Stückgüter abgefertigt werden.

 

7. Oktober 1907

Unterhalb des Mittweidaer Stadtparkes kommt es zum ersten Spatenstich für die Teilstrecke Ladestelle Mittweida - Ringethal.

 

25. Januar 1909

Inbetriebnahme der Ringethaler Strecke. Von Anfang an findet öffentlicher Wagenladungs- und Stückgutverkehr sowie Zweiggleisverkehr statt.

 

23. November 1910

Ein schwerer Felssturz beschädigt die Gleise der Ringethaler Strecke. Der Verkehr muss eingestellt werden.

 

9. Februar 1912

Die Bahnnutzer reichen unter Federführung der Firma F.E. Weidenmüller bei der Zweiten Kammer der Hohen Sächsischen Ständeversammlung eine Petition ein. Darin bitten sie um die Übernahme der Industriebahn durch den Staat. Das Ersuchen wird abgelehnt.

 

1912

Seit der Eröffnung der Industriebahn steigen die Verkehrsleistungen kontinuierlich. Im Jahr 1912 werden 176.578 Tonnen Fracht befördert, 1907 waren es erst 98.000 Tonnen.

 

1927

Mit 273.372 Tonnen werden so viele Güter wie nie zuvor auf der Industriebahn befördert. Ein Wert der auch später nicht mehr erreicht worden sein dürfte.

 

13. April 1945

Die näher rückende Front zwingt zur vorläufigen Einstellung des Gesamtverkehres der Indutriebahn.

 

Juli 1945

Der Güterverkehr kommt wieder in Gang, allerdings gibt es kaum etwas zu transportieren

 

November 1949

Nach endlosen Hun und Her erfolgt die entschädigungslose Enteignung der SIBG. Geldbestände, Grundbesitz, Bahnanlagen und Fahrzeuge gehen in das Eigentum der Deutschen Reichsbahn über.

 

30. März/6.September 1960

Die neu errichte Anschlussbahn der Konsumgenossenschaft Hainichen/Rochlitz (später Großhandelsgesellschaft) mit dem Nebenanschluss Volkseigner Erfassungs- und Ankaufbetrieb für landwirtschaftliche Erzeugnisse Rochlitz (VEAB, später VEB Getreidewirtschaft) geht in Betreib.

 

30. September 1963 bis Juni 1964

Kompletter Umbau des Industriebahnhofes und der Anschlussbahn des VEB Baumwollspinnerei.

 

26. September 1965

Schließung des Güterbahnhofes Dreiwerden

 

01. September 1969/23. Juni 1970

Zuerst Schließung, dann Stillegung der Teilstrecke Bahnhof Kraftwerk - Ringethal.

 

01. Oktober 1970

Alle Fahrzeugbewegungen auf der Industriebahn Mittweida finden nun ausschließlich als Rangierfahrten statt.

 

09. Mai 1973

Es wird beschlossen den Abschnitt Mittweida-Indutriebahnhof - Bahnhof Kraftwerk am 03. Juni 1973 zu schließen. Das Ministerium für Verkehrswesen genehmigt am 19. Oktober 1973 die Stillegung und Abbau der Strecke

 

1990

Der Rückgang des Güterverkehrs auf der Industriebahn beginnt kurz nach der Wende. Die Konkurrenz durch LKW und der langsame Niedergang der heimischen Industrie fordern ihren Tribut.

 

08. April 1993

Beim einst wichtigsten Frachtkunden, der Papierfabrik Dreiwerden, wird die Papierproduktion eingestellt.

 

30. Juni 1997

Mit dem letztmaligen Abholen beladener Güterwagen aus der Ladestelle der Metallaufarbeitung Zwickau, kommt der Verkehr auf der Industriebahn zum Erliegen.

 

22. Dezember 1997

Die Strecke Mittweida - Dreiwerden wird gesperrt.

 

Dezember 2000 bis Ende April 2001

Mitglieder des Vereins Feld-, Wald- und Wieseneisenbahn Ottendorf bauen die Gleise zwischen Dreiwerden und dem Bahnübergang Chemnitzer Strasse ab.